Rede zum 50-jährigen Jubiläum des Seniorenrats Braunschweig
Brückenbauer der Generationen in Braunschweig
Sehr geehrter Herr Dr. Kornblum, sehr geehrte Frau Dr. Rentzsch, sehr geehrte Frau Dr. Görner, sehr geehrte Mitglieder aus Bundestag und Landtag, liebe Barbara Weinert als Ehrenmitglied des Seniorenrats, liebe MitgliederInnen des Seniorenrats, liebe Gäste und Freund
Ich freue mich sehr, dass wir diesen Festakt heute nicht nur mit Worten, sondern auch mit exzellenten Klängen feiern dürfen. Für den perfekten Rhythmus und die musikalischen Glanzlichter sorgt heute die Kleine Swingbrause aus Braunschweig – schön, dass ihr da seid!“
Stellen Sie sich einmal das Jahr 1976 vor. Die Welt war eine andere. Das Internet gab es noch nicht, Musik kam von der Schallplatte, und wenn man sich heute die Fotos von damals anschaut, schmunzelt man über die Mode und die Frisuren. Doch genau in diesem Jahr, vor exakt 50 Jahren, hatten kluge weitsichtige Menschen in unserer Stadt eine Vision. Sie sagten: Die ältere Generation“ braucht eine starke Stimme. Diese Menschen haben den Grundstein für den heutigen Seniorenrat gelegt.
Als heutige Vorsitzende erfüllt es mich mit tiefem Stolz und großer Demut, heute hier zu stehen und mit Ihnen dieses goldene Jubiläum zu feiern. Wir blicken zurück auf 50 Jahrzehnte unermüdlichen Einsatzes ehrenamtlichen Engagements – 5 Jahrzehnte unermüdlicher Brückenbau der Generationen.
Im Jahre 1969 gab es 15 Altenkreise in BS, die in einer „Großen Arbeitsgemeinschaft“ zusammengefasst waren. Bereits 1975, aufgrund der Eingemeindungen, entstanden 75 Altenkreise. Aus 3 Bezirksarbeitsgemeinschaften (Nord, Süd, Mitte) wählten Delegierte 1975 einen sogenannten „Neunerkreis“, der sich ab Februar 1976 „Kuratorium Braunschweiger Senioren“ nannte und mit einem Sprecher versehen wurde. Das war der Beginn einer großartigen Arbeit.
Man gab sich eine Satzung, die nach Anerkennung aller Vertreter der Braunschweiger Seniorenkreise und Altentagestätten, den bis 2025 genannten Seniorenring bildeten. Erst 1990 wurde der Seniorenring ein eingetragener Verein und seit 1995 können neben den Braunschweiger Seniorenkreisen auch Einzelpersonen Mitglied werden.
Wenn wir heute auf diese Erfolgsgeschichte schauen, dann sehen wir weit mehr als Sitzungsprotokolle und organisierte Termine, nein wir sehen Menschen, die anpacken, statt wegzuschauen. Unser Leitspruch -Ihre Interessen, unser Anliegen- ist kein leeres Versprechen. Wir sind das Sprachrohr in die Politik und Verwaltung von rund 65.000 Braunschweigerinnen und Braunschweigern über 60 Jahre. Die ältere Generation ist kein „Ruhestand“ im Sinne von Stillstand, sondern ein aktiver sprudelnder Teil der Stadtgesellschaft. Unabhängig, überparteilich und beharrlich bringen wir die Themen, Mobilität und Barrierefreiheit, Altenhilfe und Pflegeplanung, digitale Teilhabe sowie Altersarmut ein, um das Leben im Alter gelingen zu lassen und die Fahrbahn für die Zukunft zu bauen- auch für die Generationen, die nach uns kommen. Wir Älteren sind heute aktiver, mobiler und digitaler als je zuvor, wenn auch mit reichlich Ersatzteilen. Wir sind dennoch kein altes Eisen. Wir sind das Fundament dieser Gesellschaft, auf dem die Jüngeren Generationen aufbauen können. Wir bewahren das Bewährte, blockieren aber nicht das Neue.
In den letzten 5 Jahrzehnten haben wir unzählige Brücken gebaut. Mit den sogenannten Töchtern des Vereins wurden Brücken der Teilhabe gebaut.
· Das Internet -Cafe 50+ im Louise-Schröder-Haus ist dafür ein gelungenes Beispiel. Eine Gruppe Ehrenamtlicher stehen 2 x wöchentlich bereit Lösungen für digitale Probleme zu finden.
· Das Braunschweiger Journal ist das offizielle Journal des Braunschweiger Seniorenrats und baut mit seinen Inhalten Brücken des Wissens mit lokalen und regionalen Themenschwerpunkten. Die Redaktion besteht aus ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die sich seit 1994 unaufhörlich redaktionell organisieren.
· Unter dem Motto „Warum in die Ferne schweifen, sieh das Gute liegt so nah“ baut das Reiseteam Brücken mit Tagesausflügen und Besichtigungen für Seniorinnen und Senioren zu Orten, die nicht alltäglich von Reiseunternehmen angefahren werden.
Deshalb ist ein solches Jubiläum kein Einzelerfolg. Ich stehe heute hier stellvertretend für ein großartiges Team. Mein besonderer Dank gilt allen aktiven Vorstandsmitgliedern, den Helfern im Hintergrund, allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bei unseren Töchtern und natürlich all meinen Vorgängerinnen und Vorgängern, die diesen Weg geebnet haben. Ein herzliches Dankeschön auch an die Stadt Braunschweig und die politischen Partner: Danke, dass Sie uns nicht nur zuhören, sondern unsere Vorschläge ernst nehmen und umsetzen. Denn Brücken baut man immer von beiden Seiten des Ufers.
Liebe Festgäste, 50 Jahre sind ein stolzes Alter für eine Brücke. Aber sie ist keineswegs marode. Im Gegenteil: Sie ist tragfähiger und lebendiger denn je. Lassen Sie uns auch in den kommenden Jahren mutig, laut und verbindend bleiben. Lassen Sie uns weiter an einer Gesellschaft bauen, in der ALT und Jung sich gegenseitig stützen und voneinander lernen.
Wir alle sind die Brückenbauer der Generationen.
Bevor wir gleich zu den Grußworten kommen, wollen wir uns erst einmal festlich einstimmen lassen. Lehnen Sie sich zurück. Bühne frei für den zweiten Auftritt der Kleinen Swingbrause.